vom dankbarsein
es ist 2019 und es ist viel passiert. ich würde gerne sagen dass es mir besser geht aber das tut es nicht. es ist alles, um ehrlich zu sein, viel schlimmer.
es ist wie gesagt viel passiert. mein vater hat eine neue freu gefunden und wir sind gemeinsam in ein hasu gezogen. wie eine familie. eine familie waren wir nie. sie hasst mich. dachte ich. jedenfalls lebe ich jetzt im einer wg und ich vermisse papa. meine wg ist toll, besonders mein mitbewohner. er ist wie ein bruder für mich und ich bin ihm unendlich dankbar dass er mich so nimmt wie ich bin und dass ich mit ihm so wunderbar bescheuert sein kann.
ich habe ein studium begonnen und es macht mir halbwegs spaß. warum also die miese stimmung in meinem kopf? ganz ehrlich? ich weiß es nicht.

gestern war muttertag und ich gönne es jedem. muttertag ist etwas schönes, viele mütter sind unglaublich tolle frauen und das wichtigste im leben ihrer kinder.
meine mama ist auch der wichtigste mensch in meinem leben. und dieses jahr seit 10 jahren tot.
ich vermisse sie jeden tag so sehr dass es mir in der seele weh tut. wie soll man ohne den wichtigsten menschen den man jemals hatte leben?
es sind beinahe 10 jahre und ich weiß es nicht. ich werde es wahrscheinlich niemals wissen.
das einzige was ich weiß ist dass sie weg ist und niemals zurück kommt.
lange habe ich darüber nachgedacht, ihr zu folgen. aber wohin eigentlich? wo ist sie?
ich glaube weder an gott, noch an den himmel. wo ist sie also hin? ich weiß es nicht.
ich wünsche mir so sehr, sie noch ein mal sehen zu können aber ich weiß auch dass sich dieser wunsch niemals erfüllen wird. es ist frustierend. ich möchte dass sie weiß dass ich für immer ihr kleines mädchen bleibe auch wenn ich älter werde und fehler mache.
fehler. ich mache viele davon, aber sie machen mich zu dem menschen der ich bin. in einem song der donots heißt es "ich bin nicht stolz auf meine fehler, aber dankbar für jeden." und jedes mal möchte ich diese textzeile hinausschreien weil sie so zutreffend ist.

gerade sitze ich im wohnzimmer, mein mitbewohner kocht, es läuft musik und die stimmung ist eigentlich gut. trotzdem bin ich den tränen nahe. ich sollte doch eigentlich glücklich sein, oder? bin ich undankbar weil es mir doch eigentlich gut gehen müsste? ich suche immer das haar in der suppe, den grund warum ich in den traumhaftesten moment doch unglücklich sein sollte und es funktioniert. warum mache ich das? ich verbaue mir selbst den weg zum glück mit einer dicken backsteinmauer. aber bin das wirklich ich? tue ich das bewusst? ich weiß es nicht.
ich weiß nur dass ich nicht so weiter leben möchte aber wie soll ich das tun?